Es gibt wenige Schauspieler, deren Stimme man bereits nach einem Satz erkennt. Morgan Freeman ist einer davon. Diese Stimme hat Dokumentationen getragen, Schurken überzeugend gemacht, Gottes Worte gesprochen und Red in Shawshank zum Gewissen eines ganzen Films werden lassen. Was Freeman von vielen Altersgenossen unterscheidet: Er hört nicht auf. Mit fast 90 Jahren wird er laut übereinstimmenden Berichten immer noch regelmäßig für Rollen gebucht – und nimmt sie an.
Kurzzusammenfassung
- Morgan Freeman gehört seit über vier Jahrzehnten zu den gefragtesten Charakterdarstellern Hollywoods und ist auch mit fast 90 Jahren noch aktiv als Schauspieler tätig.
- Seine bekanntesten Filme – darunter „Die Verurteilten“, „Sieben“ und „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ – zählen bis heute zu den meistzitierten Werken der Filmgeschichte und erscheinen regelmäßig in Top-Bewertungen.
- Mit „Die Unfassbaren 3″ hat Freeman zuletzt einen neuen Kinofilm in Deutschland veröffentlicht, der beweist, dass sein Spätwerk keineswegs auf Nebenrollen beschränkt ist.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über Leben, Karriere und die wichtigsten Filme eines Mannes, der das amerikanische Kino mitgeprägt hat wie kaum ein zweiter.
Vom Süden der USA nach Hollywood: Freemans Karriereweg
Morgan Freeman wurde 1937 in Memphis, Tennessee, geboren – in einer Zeit und einer Region, in der die Verhältnisse für afroamerikanische Kinder alles andere als einfach waren. Seinen Weg zur Schauspielerei fand er früh: Bereits als Kind fiel er durch Schulaufführungen auf, und sein Interesse am Geschichtenerzählen blieb ein roter Faden durch sein Leben.
Den Durchbruch vor einem breiten Publikum erlebte er in den 1980er-Jahren. Mit „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ (1989) bewies er, was ihn als Darsteller auszeichnet: die Fähigkeit, mit minimaler Gestik maximale Wirkung zu erzielen. Als Chauffeur Hoke verkörpert er Würde, Geduld und stille Stärke – eine Rolle, die heute als eine der eindrucksvollsten des amerikanischen Kinos der Ära gilt.
Was folgte, war eine Karriere ohne erkennbares Muster – außer dem der Qualität. Freeman spielte Detectives, Häftlinge, Präsidenten, Gott und Gangster. Er sprach Dokumentationen, produzierte Filme und baute nebenbei eine Imkerei in Mississippi auf. Seine Vielseitigkeit ist keine Strategie, sondern das Ergebnis eines echten Interesses an Menschen und Geschichten.
Die besten Filme – eine Auswahl mit Einordnung
Freemans Filmografie ist lang. Hier sind die Titel, die in Rankings, Kritiken und bei Zuschauern immer wieder ganz oben auftauchen – mit dem Grund, warum sie es verdienen.
Die Verurteilten (The Shawshank Redemption, 1994)
Dieser Film ist kein Geheimtipp mehr – er ist eine Institution. Das Gefängnisdrama nach einer Kurzgeschichte von Stephen King gilt vielen als einer der besten Filme aller Zeiten und hat auf IMDb seit Jahrzehnten Platz 1 inne. Freeman spielt Ellis „Red“ Redding, den langjährigen Insassen, der dem zu Unrecht verurteilten Bankmanager Andy Dufresne (Tim Robbins) im Gefängnis Shawshank begegnet. Ihre Freundschaft ist das Herz des Films – und Freemans Erzählerkommentar aus dem Off ist legendär.
Interessant: Freeman soll den Film meiden, obwohl er ihn zum Kultklassiker gemacht hat. Ob das Unbehagen mit dem intensiven Dreh zusammenhängt oder mit etwas anderem, bleibt seine Privatangelegenheit. Die Bewertungen – 8,1 und aufwärts in großen Filmdatenbanken – sprechen eine andere Sprache.
Sieben (Se7en, 1995)
Ein Jahr nach „Die Verurteilten“ erschien mit David Finchers „Sieben“ ein Film, der das Genre des Psychothrillers für eine Generation neu definierte. Freeman spielt Detective William Somerset, den erfahrenen, kurz vor der Rente stehenden Ermittler, der gemeinsam mit dem impulsiven jungen Partner David Mills (Brad Pitt) einem Serienkiller auf der Spur ist – der seine Morde nach den sieben Todsünden inszeniert.
Die Spannung zwischen Freemans kühler Kontrolle und Pitts aufgeladener Energie ist das eigentliche Drama des Films. Somerset ist eine der seltenen Figuren, die trotz ihrer Erschöpfung nie zynisch wirkt. Auch „Sieben“ erreicht in einschlägigen Bewertungen die 8,1-Marke – kein Zufall, dass beide Freeman-Klassiker aus den Neunzigern auf diesem Niveau liegen.
Miss Daisy und ihr Chauffeur (Driving Miss Daisy, 1989)
Bevor Freeman zum Weltstar wurde, zeigte dieser Film, was in ihm steckt. Die Geschichte einer unwahrscheinlichen Freundschaft zwischen einer eigenwilligen älteren jüdischen Frau aus dem Süden der USA und ihrem afroamerikanischen Fahrer ist auf dem Papier unspektakulär. Auf der Leinwand ist sie schlicht. Der Film gewann mehrere Oscars – und Freeman blieb trotz aller Anerkennung bescheiden.
Abgang mit Stil (Going in Style, 2017)
Drei Rentner, deren Pensionen gestrichen werden, beschließen, eine Bank auszurauben. Klingt nach Komödie – ist es auch, aber mit Herz. Freeman spielt neben Michael Caine und Alan Arkin, und das Ergebnis ist unterhaltsam, warm und viel klüger, als der Trailer vermuten lässt. Ein guter Einstieg für alle, die Freeman jenseits seiner ernsten Klassiker entdecken wollen.
Die Unfassbaren 3 (Now You See Me 3)
Der aktuellste Kinoeintrag in Freemans Werkzeugkiste ist „Die Unfassbaren 3″, der zuletzt in den deutschen Kinos gestartet ist. Die Reihe rund um Magier und spektakuläre Heist-Nummern ist leichter Stoff – aber Freeman war bereits in den Vorgängerteilen dabei und beweist, dass er auch in genreorientierten Unterhaltungsfilmen seinen Platz findet.
Was Freeman von anderen Charakterdarstellern unterscheidet
Es gibt einen Begriff, der im Zusammenhang mit Freeman fast inflationär verwendet wird: Würde. Das ist kein Zufall. Er spielt keine Helden, die brillant oder unfehlbar sind. Er spielt Menschen, die etwas wissen, das andere noch lernen müssen – und ihn dabei nicht belehren. Das ist eine sehr spezifische Qualität, die schwer zu imitieren ist.
Dazu kommt die Stimme. Freeman hat mehr Dokumentationen gesprochen als die meisten Moderatoren gedreht haben. Seine Erzählerarbeit für National Geographic und andere Produktionen hat dazu beigetragen, dass seine Stimme weltweit als Autorität wahrgenommen wird – selbst wenn er über Pinguine spricht.
Ein Aspekt, der selten erwähnt wird: Freeman war kein Frühstarter. Er spielte jahrelang Theater und Fernsehen, bevor Hollywood ihn entdeckte. Diese Bühnenvergangenheit erklärt vielleicht, warum er nie zur bloßen Leinwandpräsenz wurde, sondern stets als Handwerker des Schauspiels wahrgenommen wird – einer, der seinen Text kennt, aber nie so aussieht, als würde er ihn aufsagen.
Sky widmete ihm einmal einen kompletten „Morgan-Freeman-Tag“ im Programm – ein seltenes Zeichen dafür, dass ein Schauspieler als Marke funktioniert, ohne seinen Namen selbst vermarkten zu müssen. Action-Fans fanden an diesem Tag Titel wie „Olympus Has Fallen“ und „London Has Fallen“, in denen Freeman staatsmännische Regierungsrollen übernimmt – ein weiteres Feld, auf dem seine natürliche Autorität ideal eingesetzt wurde.
Häufige Fragen
Ist Morgan Freeman noch aktiv als Schauspieler?
Ja, und das mit beachtlicher Konsequenz. Freeman wird auch mit fast 90 Jahren regelmäßig für Filmrollen gebucht. Sein jüngster Kinofilm „Die Unfassbaren 3″ ist in Deutschland bereits angelaufen. Von einem Ruhestand gibt es keine Anzeichen.
Welcher Morgan-Freeman-Film gilt als sein bestes Werk?
In Kritiker- und Zuschauerwertungen landet „Die Verurteilten“ (The Shawshank Redemption, 1994) regelmäßig ganz oben – bei manchen Portalen wird er als bester Film aller Zeiten geführt. Dicht dahinter folgt „Sieben“ (Se7en, 1995), ebenfalls mit sehr hohen Bewertungen. Beide Filme zeigen Freeman in der Rolle, die ihm am meisten liegt: dem ruhigen, wissenden Beobachter inmitten des Chaos.
Wo kann man Morgan-Freeman-Filme in Deutschland streamen?
Die Verfügbarkeit wechselt je nach Lizenzlaufzeit regelmäßig zwischen Plattformen wie Netflix, Amazon Prime Video, Sky, Joyn und Apple TV+. Am schnellsten findet man die aktuelle Verfügbarkeit über Aggregatoren wie JustWatch, die in Echtzeit anzeigen, wo ein bestimmter Film aktuell abrufbar ist. Klassiker wie „Die Verurteilten“ sind dabei erfahrungsgemäß fast immer irgendwo im Angebot.
