Kurzzusammenfassung
– Tom Hanks, geboren 1956, ist der einzige Schauspieler seit Spencer Tracy, der zwei Jahre in Folge den Oscar als bester Hauptdarsteller gewann – für Philadelphia (1993) und Forrest Gump (1994).
– Neben der Karriere spricht Hanks offen über seinen Typ-2-Diabetes und wurde 2020 als einer der ersten Prominenten weltweit positiv auf COVID-19 getestet.
– Sein Filmkatalog umfasst über vier Jahrzehnte – von Big über Cast Away bis A Man Called Otto – mit einer Dichte an Klassikern, die kaum ein anderer Hollywoodstar seiner Generation bieten kann.
Wer ist Tom Hanks? Steckbrief, Karriere und die Krankheit, über die er offen spricht
Thomas Jeffrey Hanks wurde am 9. Juli 1956 in Concord, Kalifornien, geboren. Er wuchs in wechselnden Verhältnissen auf – seine Eltern trennten sich früh, er lebte zeitweise beim Vater, zeitweise bei der Mutter – und entdeckte das Schauspiel über eine Theatergruppe an der Universität. Hollywood fand ihn Mitte der 1980er über Komödien wie Splash; erst Big (1988) machte ihn zum echten Star.
Privat ist er seit 1988 mit der Schauspielerin Rita Wilson verheiratet, mit der er zwei Söhne hat: Chet und Truman. Aus seiner ersten Ehe mit Samantha Lewes stammen Colin – heute selbst Schauspieler – und Elizabeth Hanks. Sohn Chet ist als Rapper und durch gelegentliche öffentliche Eskapaden bekannt; er sorgte zuletzt mehrfach für Schlagzeilen.
2013 verkündete Hanks bei David Letterman, an Typ-2-Diabetes erkrankt zu sein – sein Arzt hatte ihn darauf hingewiesen, dass der Blutzucker bereits seit Jahren kritisch erhöht war. 2020 war er einer der ersten Prominenten weltweit, die ihre COVID-19-Diagnose öffentlich machten, während er in Australien für Baz Luhrmanns Elvis-Film drehte. Sein geschätztes Vermögen liegt bei rund 400 Millionen Dollar.
Philadelphia, Forrest Gump und der Rekord: Wie Hanks zur Oscar-Legende wurde
Zwei Oscars, zwei Jahre in Folge – das hat in der gesamten Geschichte der Academy Awards vor ihm nur Spencer Tracy geschafft, 1937 und 1938. Philadelphia (1993, Regie: Jonathan Demme) war der erste: Hanks spielte einen HIV-positiven Anwalt, der gegen seine Entlassung kämpft – eine Rolle, für die er 30 Kilo abnahm und die das Thema AIDS erstmals in einen großen Hollywoodfilm brachte.
Ein Jahr später: Forrest Gump. Robert Zemeckis‘ episodisches Amerika-Panorama über einen Mann mit niedrigem IQ, der durch Jahrzehnte US-Geschichte stolpert, wurde zum Kulturphänomen. Der Film gewann sechs Oscars; Hanks blieb die emotionale Mitte von über zwei Stunden Leinwand. „Life is like a box of chocolates“ ist bis heute einer der meistzitierten Filmsprüche der Geschichte.
Cast Away, Captain Phillips, Ein Mann namens Otto: Die besten Filme der letzten 25 Jahre
Cast Away (2000) ist das reinste Experiment seiner Karriere: Hanks allein auf einer Insel, eine Stunde Film ohne nennenswerten Dialog, ein Volleyball namens Wilson als emotionaler Anker. Die physische Verwandlung – 25 Kilo zu, dann wieder ab – ist bemerkenswert, aber nicht das Beste am Film. Das Beste ist die Stille.
Saving Private Ryan (1998) gehört zu Spielbergs Meisterwerken; Hanks spielt Captain Miller nicht als Helden, sondern als erschöpften Mann mit zitternden Händen. Captain Phillips (2013) von Paul Greengrass ist sein intensivster Film der 2010er: die Entführung eines US-Containerschiffes durch somalische Piraten, real, rhythmisch, atemlos.
A Man Called Otto (2022) – die amerikanische Neuverfilmung des schwedischen Erfolgsfilms Ein Mann namens Ove – war kommerziell erfolgreicher als kritisch gefeiert, funktioniert aber als warmherziges Spätwerk: ein verbitterter Witwer, der durch neue Nachbarn langsam wieder ins Leben findet.
Womit anfangen? Die beste Reihenfolge für Einsteiger und Wiederentdecker
Einsteiger beginnen mit Forrest Gump – zugänglich, emotional, ikonisch. Dann Cast Away als Solo-Studie seiner schauspielerischen Kraft. Philadelphia für alle, die Substanz über Unterhaltung stellen. Wer den Spielberg-Hanks-Kosmos erkunden will, setzt danach mit Saving Private Ryan und Bridge of Spies fort.
Für den entspannten Abend: A Man Called Otto oder The Terminal (2004) – letzterer ist leichter als sein Ruf und zeigt Hanks in einer klassischen Feelgood-Manier, die er wie kaum jemand sonst beherrscht.
Häufige Fragen
Wie viele Oscars hat Tom Hanks gewonnen?
Zwei Oscars als bester Hauptdarsteller – für Philadelphia (1994) und Forrest Gump (1995). Damit ist er der einzige Schauspieler seit Spencer Tracy, dem zwei Siege in Folge gelangen. Zusätzlich erhielt er eine Nominierung als bester Nebendarsteller für A Beautiful Day in the Neighborhood (2020), in dem er Fred Rogers spielt.
Welche Krankheit hat Tom Hanks?
Hanks leidet an Typ-2-Diabetes, den er 2013 öffentlich bei David Letterman bekannt machte. Sein Blutzucker sei bereits seit Jahren kritisch erhöht gewesen. Im März 2020 wurde er zudem als einer der ersten Prominenten weltweit positiv auf COVID-19 getestet – während Dreharbeiten in Australien.
Welcher Tom-Hanks-Film lohnt sich für einen Abend ohne großen Anspruch?
A Man Called Otto ist die entspannteste Empfehlung: emotional zugänglich, mit einem überzeugenden Hanks als grummeliger Witwer, der durch neue Nachbarn langsam auftaut. Alternativ funktioniert The Terminal als leichter, warmherziger Film, der keine Vorkenntnisse braucht und trotzdem Klasse hat.
