Jack Nicholson gewann drei Oscars: als bester Hauptdarsteller für „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1976) und „As Good As It Gets: Besser geht’s nicht“ (1998) sowie als bester Nebendarsteller für „Terms of Endearment“ (1984). Mit insgesamt zwölf Nominierungen ist er der männliche Schauspieler mit den meisten Oscar-Nominierungen in der Geschichte der Academy Awards.
# Jack Nicholson: Diese Filme machten ihn zur Hollywood-Legende
Kurzzusammenfassung
- Jack Nicholson gewann drei Oscars und wurde für zwölf weitere nominiert, mehr als jeder andere männliche Schauspieler in der Geschichte der Academy Awards.
- Seine Karriere erstreckt sich über sechs Jahrzehnte, vom Billig-Horrorfilm bei Roger Corman bis zu Blockbustern wie „Batman“ und Independent-Dramen wie „About Schmidt“.
- Drei Rollen gelten als seine unumstrittenen Meisterstücke: Randle McMurphy in „Einer flog über das Kuckucksnest“, Jack Torrance in „Shining“ und der Joker in „Batman“.
- Nicholson zog sich 2010 offiziell nicht zurück, drehte aber seit „How Do You Know“ (2010) keinen Film mehr, offiziell wegen Gedächtnisproblemen.
Kaum ein Gesicht ist so untrennbar mit dem amerikanischen Kino verbunden wie das von Jack Nicholson. Das schiefe Grinsen, die hochgezogenen Augenbrauen, dieser Blick, der zwischen Charme und Wahnsinn zu kippen scheint, das sind Markenzeichen, die er über fünf Jahrzehnte hinweg perfektioniert hat. Wer sein Werk verstehen will, kommt an einer Handvoll Filme nicht vorbei, die nicht nur seine Karriere prägten, sondern auch das Kino selbst veränderten.
Nicholson begann seine Laufbahn Ende der 1950er Jahre in B-Movies für Roger Corman, jenen legendären Produzenten, der auch Francis Ford Coppola und Martin Scorsese ihre ersten Chancen gab. Erst mit „Easy Rider“ 1969 gelang ihm der Durchbruch, der seine gesamte weitere Karriere prägen sollte.
Der Durchbruch: Easy Rider (1969)
„Easy Rider“ war ursprünglich nicht als Nicholson-Film geplant. Rip Torn sollte die Rolle des versoffenen Anwalts George Hanson spielen, sprang aber ab. Nicholson übernahm den Part und stahl mit einer einzigen Szene, dem berühmten Lagerfeuer-Monolog über Außerirdische, allen anderen die Show.
Der Film selbst kostete gerade einmal 400.000 US-Dollar, spielte weltweit aber über 60 Millionen Dollar ein. Für Nicholson bedeutete die Rolle die erste Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller. Wichtiger noch: Er war plötzlich das Gesicht des New Hollywood, jener Bewegung, die das Studiosystem der 1960er Jahre aufbrach und persönlichere, riskantere Geschichten möglich machte.
Einer flog über das Kuckucksnest (1975)
Kein Film wird häufiger mit Nicholsons Namen in einem Atemzug genannt als Milos Formans Verfilmung des Romans von Ken Kesey. Randle Patrick McMurphy, der Kleinkriminelle, der eine Gefängnisstrafe gegen einen Aufenthalt in der Psychiatrie eintauschen will und dort auf die tyrannische Schwester Ratched trifft, gilt als eine der größten Filmrollen überhaupt.
„Einer flog über das Kuckucksnest“ gewann 1976 alle fünf großen Oscars: bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch, beste Hauptdarstellerin und bester Hauptdarsteller für Nicholson. Nur zwei weitere Filme in der Geschichte der Academy Awards haben dieses Kunststück geschafft, „Es geschah in einer Nacht“ von 1934 und „Das Schweigen der Lämmer“ von 1991. Für Nicholson war es sein erster Oscar nach zwei vorherigen Nominierungen, die leer ausgegangen waren.
Shining (1980)
Stanley Kubricks Verfilmung des Stephen-King-Romans „Shining“ war bei ihrem Erscheinen kein Kritikerliebling, King selbst distanzierte sich lange von der Adaption. Heute gilt der Film als einer der einflussreichsten Horrorfilme überhaupt, und Nicholsons Darstellung des zunehmend wahnsinnigen Jack Torrance als Blaupause für Besessenheit auf der Leinwand.
Die Dreharbeiten dauerten außergewöhnlich lange, über ein Jahr, weil Kubrick für perfektionistische Szenen oft über 100 Takes verlangte. Eine einzelne Szene, in der Nicholson eine Tür mit einer Axt durchbricht und „Heeere’s Johnny!“ ruft, wurde über 60 Mal gedreht und ist heute eines der meistzitierten Filmzitate der amerikanischen Filmgeschichte. Nicholson improvisierte den Satz übrigens selbst, angelehnt an eine bekannte US-Talkshow-Ansage.
Chinatown (1974)
Roman Polanskis Neo-Noir-Meisterwerk zeigt Nicholson als Privatdetektiv Jake Gittes, der in Los Angeles der 1930er Jahre in eine Verschwörung um Wasserrechte und Familiengeheimnisse gerät. Der Film gilt vielen Kritikern als eines der am besten geschriebenen Drehbücher der Filmgeschichte, verfasst von Robert Towne.
Interessant ist, dass Nicholson während eines Großteils der Dreharbeiten mit einem großen Verband über der Nase spielt, nachdem seine Figur bei einem Ermittlungsversuch verletzt wird. Diese optische Einschränkung wurde zu einem visuellen Markenzeichen des Films. „Chinatown“ erhielt elf Oscar-Nominierungen, gewann aber nur eine, für das beste Originaldrehbuch, was bis heute als eine der größten Ungerechtigkeiten der Oscar-Geschichte diskutiert wird.
Batman (1989)
Mit Tim Burtons „Batman“ bewies Nicholson, dass er auch im großen Blockbuster-Kino funktioniert. Als Joker verlangte er eine Gage von 6 Millionen US-Dollar plus eine Beteiligung am Merchandising, ein damals ungewöhnliches Modell, das sich als äußerst lukrativ erwies. Berichten zufolge verdiente Nicholson durch diesen Deal am Ende zwischen 60 und 90 Millionen US-Dollar.
Der Film selbst spielte weltweit über 400 Millionen US-Dollar ein und etablierte das Superheldengenre als ernstzunehmende Kinokategorie, Jahre bevor Marvel und DC das Genre zum dominierenden Format des 21. Jahrhunderts machten. Nicholsons Version des Jokers, exzentrisch, theatralisch, tödlich, prägte die Figur nachhaltig, auch wenn spätere Darsteller wie Heath Ledger andere Facetten betonten.
As Good As It Gets: Besser geht’s nicht (1997)
In dieser Tragikomödie von James L. Brooks spielt Nicholson einen zwanghaften, misanthropischen Schriftsteller, der durch die Beziehung zu einer Kellnerin und einen schwulen Nachbarn allmählich menschlicher wird. Der Film brachte Nicholson seinen dritten Oscar als bester Hauptdarsteller ein und zeigte eine komödiantischere, verletzlichere Seite seines Könnens.
Bemerkenswert ist, dass Nicholson und seine Co-Darstellerin Helen Hunt beide Oscars für ihre Hauptrollen gewannen, eine Seltenheit bei romantischen Komödien, die von der Academy sonst selten in dieser Kategorie prämiert werden.
Weitere sehenswerte Filme
Über die bekanntesten Werke hinaus lohnt sich der Blick auf „About Schmidt“ (2002), in dem Nicholson einen pensionierten Versicherungsangestellten spielt, der nach dem Tod seiner Frau sein Leben hinterfragt, eine seiner leisesten und persönlichsten Darstellungen. „Reds“ (1981) an der Seite von Warren Beatty zeigt ihn als Dramatiker Eugene O’Neill in einem epischen Historiendrama über die russische Revolution. „The Departed“ (2006) von Martin Scorsese wiederum präsentiert ihn als brutalen Bostoner Gangsterboss und markiert eine seiner letzten großen Rollen vor seinem faktischen Karriereende.
Wer Nicholsons Entwicklung vom jungen Rebellen zum alternden Charakterdarsteller nachvollziehen will, findet in diesen drei Filmen einen guten Ergänzungsblick auf ein Werk, das selten geradlinig, aber immer eigenständig war.
Häufige Fragen
Wie viele Oscars hat Jack Nicholson gewonnen?
Warum hat Jack Nicholson mit dem Filmemachen aufgehört?
Nicholson hat seinen Rückzug nie offiziell verkündet, sein letzter Filmauftritt war 2010 in „How Do You Know“. Medienberichten zufolge leidet er unter Gedächtnisproblemen, die ihm das Auswendiglernen von Drehbuchtexten erschweren. Enge Freunde und Kollegen berichteten in Interviews, dass er sich seither aus dem öffentlichen Leben weitgehend zurückgezogen hat.
Welcher Jack-Nicholson-Film gilt als sein bester?
Kritiker und Filmhistoriker nennen meist „Einer flog über das Kuckucksnest“ oder „Chinatown“ als seine stärkste schauspielerische Leistung. Beide Filme führen regelmäßig Bestenlisten des amerikanischen Kinos an, wobei „Chinatown“ oft als das technisch perfektere Drehbuch, „Kuckucksnest“ als die emotional eindringlichere Rolle gilt.
Hat Jack Nicholson mit Stanley Kubrick nur einen Film gedreht?
Ja, „Shining“ von 1980 war die einzige Zusammenarbeit zwischen Nicholson und Kubrick. Die Dreharbeiten waren wegen Kubricks extremer Detailversessenheit und der ungewöhnlich hohen Anzahl an Wiederholungen einzelner Szenen für alle Beteiligten außergewöhnlich fordernd.
Beitragsbild: KI-generiert

