Wer auf Netflix nach einer neuen Serie sucht, die Sport, Romantik und Familiendrama verbindet, stößt seit Januar 2026 auf „Finding Her Edge“. Die achtteilige Produktion aus Kanada ist kein Hochglanz-Prestigeprojekt – und das ist kein Nachteil. Die Serie weiß genau, was sie ist, und liefert es konsequent ab.
Kurzzusammenfassung
- „Finding Her Edge“ ist eine kanadische Netflix-Originalserie mit acht Episoden, die seit dem 22. Januar 2026 weltweit abrufbar ist und auf dem gleichnamigen YA-Roman von Jennifer Iacopelli basiert.
- Die Serie verbindet Eistanz-Sport, Familiengeschichte und romantische Spannung zu einem klassischen Young-Adult-Drama mit Bezug zu Jane Austens „Überredung“.
- Kritiker bewerteten Staffel 1 auf Rotten Tomatoes mit 86 Prozent – eine solide Wertung für ein Genre, das bewusst auf Unterhaltung statt Prestige setzt.
Das Ergebnis: ein Binge-tauglicher YA-Titel, der sich in einen größeren Streaming-Trend einreiht und gleichzeitig mit einer inhaltlich interessanten Vorlage arbeitet. Was dahintersteckt, wer mitspielt und für wen sich das Einschalten lohnt – hier der Überblick.
Worum geht es in der Serie?
Im Mittelpunkt steht Adriana Russo, die mittlere von drei Schwestern aus einer einflussreichen kanadischen Eislauf-Dynastie. Nach dem Tod ihrer Mutter hat sie den Wettkampfsport aufgegeben und hilft stattdessen ihrem Vater beim Betrieb der familieneigenen Eishalle – die kurz vor der Zwangsversteigerung steht.
Als eine Verletzung den Olympia-Traum ihrer älteren Schwester Elise gefährdet, sieht die Familie eine letzte Chance: Adriana kehrt zurück auf das Eis. Ihr neuer Partner ist Brayden Elliot, talentiert, aber als schwieriger Typ bekannt. Um Sponsoren zu gewinnen, täuschen die beiden öffentlich eine Beziehung vor – klassisches Fake-Dating-Setup, das die romantische Hauptachse der Serie bildet.
Die Komplikation: Ihr früherer Partner und erste große Liebe Freddie taucht wieder auf – nun gepaart ausgerechnet mit Adrianas Kindheitsfreundin Riley. Damit ist das Liebesdreieck komplett, und die Serie hält mehrere emotionale Konflikte gleichzeitig am Laufen.
Was die Handlung von vielen Genre-Titeln unterscheidet, ist der literarische Ursprung: Die Romanvorlage von Jennifer Iacopelli orientiert sich lose an Jane Austens „Überredung“ – einer Geschichte über verpasste Gelegenheiten, gesellschaftlichen Druck und die Frage, ob eine vergangene Liebe eine zweite Chance verdient. Für TV adaptiert haben Jeff Norton, bekannt durch „Geek Girl“, und Shelley Scarrow, langjährige Autorin bei „Degrassi: The Next Generation“.
Besetzung und Produktion
Madelyn Keys spielt Adriana Russo und trägt die Serie als Hauptfigur. Harmon Walsh übernimmt die Rolle des Vaters Will Russo, einem ehemaligen Olympia-Eisläufer und Trainer. Als ehrgeizige Schwester Elise ist Alexandra Beaton zu sehen. Cale Ambrozic spielt den konfliktreichen Neuzugang Brayden, Olly Atkins den Ex-Partner Freddie. Millie Davis ist als Riley besetzt, Meredith Forlenza als Camille St. Denis.
Produziert wurde die Serie in Kanada, die Handlung spielt in Ontario. Einen besonderen Authentizitätsaspekt liefert die Einbindung realer Eistanz-Profis: Die kanadischen Wettkampfläufer Piper Gilles und Paul Poirier haben Cameo-Auftritte, was dem sportlichen Setting Glaubwürdigkeit verleiht. Netflix vermarktete die Serie außerdem als thematische Einstimmung auf die Olympischen Winterspiele 2026 – inklusive Cross-Promotion mit der Eistanz-Doku „Glitter & Gold: Ice Dancing“.
Showrunner Jeff Norton und Regisseurin Shamim Sarif verantworten die visuelle und dramaturgische Umsetzung. Das Netflix-Rating lautet TV-PG, auf Rotten Tomatoes wird TV-14 geführt – beide Einstufungen verorten die Serie klar im Jugend- und Familienbereich.
Wie gut ist „Finding Her Edge“ wirklich?
Der Tomatometer auf Rotten Tomatoes steht für Staffel 1 bei 86 Prozent – ein starker Wert, der aber im Kontext gelesen werden sollte. Der Hollywood Reporter fasst es treffend zusammen: ein „iffy ice dancing YA drama“, das für sein Genre aber „not too shabby“ ist. Übersetzt: keine Serieninnovation, aber handwerklich solide und für Fans des Genres gut funktionierend.
Nutzerfeedback auf Reddit beschreibt die Serie als „poorly written but a very enjoyable binge“ – ein Zeugnis, das viele YA-Produktionen kennen. Das Drehbuch greift auf vertraute Muster zurück, die Figurenzeichnung bleibt teils klischeehaft. Was jedoch trägt, sind die emotionalen Familienmomente und der Rhythmus der acht Episoden, der zum Durchschauen einlädt.
Für die Einordnung ist wichtig: „Finding Her Edge“ ist kein „Succession“ und will es nicht sein. Die Serie bedient ein klar umrissenes Publikum – Zuschauende, die Sport-Romantik, Familiendynamik und ein leicht melodramatisches YA-Setting schätzen. Wer das weiß, wird kaum enttäuscht sein. Wer Prestige-TV erwartet, ist falsch adressiert.
Ein interessanter Aspekt, der in Besprechungen selten erwähnt wird: Die serielle Verarbeitung des Austen-Stoffs funktioniert im Eistanz-Kontext besser als erwartet. Die strukturelle Parallele zu „Überredung“ – eine Frau, die eine Verbindung aus gesellschaftlichem Druck heraus aufgegeben hat und Jahre später mit den Konsequenzen konfrontiert wird – passt zum Wettkampfsport mit seinen Karrieredrücken und Partnerwechseln überraschend organisch.
Für wen lohnt sich die Serie?
„Finding Her Edge“ ist auf Netflix weltweit verfügbar – damit auch in Deutschland regulär im Abo streambar, inklusive Download-Option für die Offline-Nutzung. Die acht Episoden lassen sich gut an einem Wochenende durchschauen.
Ob eine zweite Staffel kommt, ist bisher weder bestätigt noch ausgeschlossen. IMDb führt die Serie unter „2026–“, was auf eine geplante Fortsetzung hindeutet, eine offizielle Ankündigung steht jedoch aus.
Empfehlenswert ist die Serie für Zuschauende, die Sportdramen wie „Spinning Out“ mochten, YA-Romanzen auf Netflix schätzen oder sich einfach vor den Olympischen Winterspielen in Stimmung bringen wollen. Für alle anderen ist sie ein kurzweiliger, unkomplizierter Streaming-Abend ohne große Ansprüche – und ohne zu enttäuschen.
Häufige Fragen
Auf welcher Plattform kann ich „Finding Her Edge“ schauen?
Die Serie ist ein Netflix-Original und ausschließlich auf Netflix verfügbar. Sie startete weltweit am 22. Januar 2026 und ist seitdem in Deutschland im regulären Netflix-Abo streambar. Eine Download-Option für die Offline-Nutzung besteht ebenfalls.
Basiert „Finding Her Edge“ auf einem Buch?
Ja. Die Serie adaptiert den gleichnamigen YA-Roman von Jennifer Iacopelli, der sich lose an Jane Austens „Überredung“ orientiert. Für das TV-Format haben Jeff Norton und Shelley Scarrow das Drehbuch entwickelt. Der Bezug zur Austen-Vorlage ist im Kern der Geschichte erkennbar, tritt im Serien-Setting aber nicht aufdringlich in den Vordergrund.
Gibt es eine zweite Staffel von „Finding Her Edge“?
Stand heute wurde eine zweite Staffel weder offiziell bestätigt noch abgesagt. IMDb führt die Serie als laufend unter „2026–“, was auf eine geplante Fortsetzung hindeuten kann. Eine offizielle Ankündigung von Netflix steht noch aus – es empfiehlt sich, die Netflix-Seite oder offizielle Kanäle im Auge zu behalten.
Beitragsbild: KI-generiert
