Kurzzusammenfassung
- 2018 war eines der stärksten Kinojahre der vergangenen Dekade: Avengers: Infinity War, Black Panther, A Quiet Place, Bohemian Rhapsody und A Star Is Born liefen alle im selben Jahr.
- Neben den Blockbustern lieferte 2018 eine außergewöhnliche Dichte an preisgekrönten Arthouse-Titeln – darunter Shoplifters (Goldene Palme), BlacKkKlansman und Cold War.
- Die meisten Highlights des Jahrgangs sind heute über Disney+, Netflix, HBO Max oder als Leih- und Kauftitel bei Amazon und Apple TV zugänglich.
Warum 2018 ein außergewöhnlicher Filmjahrgang war
Nicht jedes Jahr hat eine eigene Identität. 2018 hatte sie – und das auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
An den Kinokassen dominierten Superhelden wie selten zuvor: Black Panther und Avengers: Infinity War spielten zusammen über drei Milliarden Dollar ein und veränderten, was Blockbusterkino im 21. Jahrhundert bedeutet. Black Panther war mit 700 Millionen Dollar Einspielergebnis allein in den USA der bis dahin erfolgreichste Superheldenfilm aller Zeiten.
Gleichzeitig war 2018 eines der besten Jahre für Autorenkino seit Langem. Auf dem Filmfestival in Cannes gewann Hirokazu Kore-eda die Goldene Palme für Shoplifters – das erste Mal seit mehr als zwanzig Jahren, dass Japan diese Auszeichnung erhielt. Im Wettbewerb liefen außerdem BlacKkKlansman von Spike Lee und Cold War von Pawel Pawlikowski, der später den Oscar für die beste Regie gewann. Burning von Lee Chang-dong gilt bis heute als eines der meistdiskutierten Werke des Jahrzehnts.
Und dann gab es noch das Mittelfeld, das 2018 ungewöhnlich stark ausfiel: A Star Is Born von Bradley Cooper, A Quiet Place von John Krasinski und Hereditary von Ari Aster schafften es, Mainstream-Publikum und Kritiker gleichermaßen zu begeistern – eine seltene Kombination.
Die besten Filme 2018: Von Avengers bis A Star Is Born
Wer den Jahrgang 2018 erschließen will, braucht Orientierung statt Vollständigkeit. Hier sind die Filme, an denen kein Weg vorbeiführt.
Avengers: Infinity War ist der Film, der zehn Jahre Marvel-Kontinuität zusammenführte – mit einem Ende, das niemand kommen sah und das das Blockbusterkino für mindestens zwei Jahre bestimmte. Wer das MCU kennt, kommt an diesem Film nicht vorbei.
Black Panther war mehr als ein Superheldenfilm. Ryan Cooglers Arbeit über das technologisch fortschrittliche Königreich Wakanda wurde zum kulturellen Ereignis, das weit über das Genre hinauswirkte.
A Quiet Place ist das seltene Horrorfilmexempel, das mit sparsamsten Mitteln – in diesem Fall beinahe vollständiger Stille – maximale Spannung erzeugt. John Krasinskis Werk läuft auch beim dritten Schauen noch unter die Haut.
A Star Is Born ist Bradley Coopers Regiedebüt und gleichzeitig einer der besten Musikfilme der vergangenen zwanzig Jahre. Lady Gaga und Cooper erzählen eine Geschichte über Ruhm, Abhängigkeit und Liebe, die trotz bekanntem Stoff vollständig frisch wirkt.
Bohemian Rhapsody war kommerziell das erfolgreichste Musikbiopic aller Zeiten – Rami Malek gewann dafür den Oscar als bester Hauptdarsteller. Kritisch war die Rezeption gespalten, beim Publikum funktionierte der Film nahezu universell.
BlacKkKlansman von Spike Lee erzählt die unglaubliche wahre Geschichte eines schwarzen Cops, der in den 1970er Jahren den Ku-Klux-Klan infiltriert – mit John David Washington und Adam Driver in Topform. Der Film gewann den Großen Preis der Jury in Cannes.
Mission: Impossible – Fallout ist in einem Franchise, das routinemäßig das Beste aus jedem Teil herausholt, der bis dato beste Teil – und damit einer der handwerklich überzeugendsten Actionfilme des Jahrzehnts.
Unterschätzt und wiederentdeckt: Diese 2018er lohnen sich heute noch
Die großen Titel kennt jeder. Aber 2018 hatte Schichten.
Shoplifters von Hirokazu Kore-eda ist das kunsthandwerklich präziseste Werk des Jahrgangs: Ein Tokioter Paar nimmt ein frierendes Mädchen auf und zieht es in ihre kleine Welt der Kleinkriminalität – bis ein Vorfall alles in Frage stellt, was Familienzugehörigkeit bedeutet. Die Goldene Palme war keine Überraschung für jeden, der den Film gesehen hatte.
Hereditary von Ari Aster startete eine der außergewöhnlichsten Regiekarrieren der vergangenen Jahre. Was als Familiendrama nach dem Tod der Großmutter beginnt, entwickelt sich zu einem der kompromisslosesten Horrorfilme seit Jahrzehnten. Toni Collette in der Hauptrolle blieb ohne Oscarnominierung – ein vieldiskutierter Fehler der Academy.
Cold War von Pawel Pawlikowski ist in Schwarzweiß gedreht und erzählt eine unmögliche Liebesgeschichte zwischen einem polnischen Musiker und einer Sängerin quer durch das Europa des Kalten Krieges. Pawlikowski gewann dafür den Oscar für die beste Regie. Der Film ist knapp 90 Minuten lang und dichter als die meisten dreistündigen Epen.
Burning von Lee Chang-dong ist der am meisten unterschätzte Film des Jahrgangs in Deutschland. Das koreanische Drama über einen jungen Mann, der beobachtet, wie ein rätselhafter Fremder seine Kindheitsfreundin umwirbt, ist absichtlich langsam, verstörend ambivalent und bleibt lange im Gedächtnis.
The Ballad of Buster Scruggs von den Coen-Brüdern erschien direkt bei Netflix – sechs lose verbundene Western-Kurzgeschichten, düster, komisch und handwerklich makellos. Einer der zugänglichsten Filme der Coens seit Jahren.
Wo kann man Filme aus 2018 heute streamen?
Die Streaming-Verfügbarkeit des Jahrgangs ist gut, aber verteilt.
Disney+ hält die Marvel-Titel: Black Panther, Avengers: Infinity War, Die Unglaublichen 2 und Ant-Man and the Wasp sind dort im Abo enthalten. Für alles aus dem MCU ist Disney+ der richtige erste Anlaufpunkt.
HBO Max hat A Star Is Born im Abo – der Film ist dort laut JustWatch (Stand Juni 2026) streambar. Bohemian Rhapsody ist ebenfalls über HBO Max oder als Leih- und Kauftitel verfügbar.
Netflix hat The Ballad of Buster Scruggs als Eigenproduktion dauerhaft im Katalog. Shoplifters und weitere Arthouse-Titel des Jahrgangs tauchen bei MUBI auf, das sich auf internationales Autorenkino spezialisiert hat.
Mission: Impossible – Fallout ist über Amazon Prime Video oder als Leihfilm zugänglich. BlacKkKlansman ist bei mehreren Anbietern leih- und kaufbar.
Für einen aktuellen Gesamtüberblick ist JustWatch.com die verlässlichste Anlaufstelle: Die Plattform zeigt in Echtzeit, welche Titel auf welchem Dienst verfügbar sind – sortierbar nach Jahrgang und Genre.
Häufige Fragen
Welcher Film war 2018 am erfolgreichsten? Avengers: Infinity War war 2018 weltweit der erfolgreichste Film mit einem Einspielergebnis von knapp zwei Milliarden Dollar. In den USA führte Black Panther die Jahrescharts mit rund 700 Millionen Dollar an.
Welcher Film aus 2018 hat den Oscar für den besten Film gewonnen? Den Oscar für den besten Film 2019 – vergeben für Filme aus dem Jahr 2018 – gewann Green Book von Peter Farrelly. Die Entscheidung war kontrovers; viele Kritiker hatten BlacKkKlansman oder Roma (Netflix) als stärkere Kandidaten gesehen. Roma von Alfonso Cuarón gewann Oscars für die beste Regie und die beste Kamera.
Wo findet man schnell heraus, ob ein Film aus 2018 aktuell streambar ist? JustWatch.com ist die praktischste Option: Jahrgang 2018 im Filter einstellen, Plattform wählen – fertig. Die Datenbank wird in Echtzeit aktualisiert und zeigt alle legalen Streaming-, Leih- und Kaufoptionen für Deutschland.
