Wenige Serien haben ein derart dichtes Schauspieler-Ensemble aufgeboten wie Game of Thrones. HBO setzte beim Cast auf eine Mischung aus erfahrenen britischen Charakterdarstellern, skandinavischen Nachwuchstalenten und internationalen Gesichtern – und erschuf damit eine Besetzung, die in ihrer Breite und Qualität bis heute als Maßstab gilt. Vom irischen Charakter-Urgestein bis zur deutschen Überraschungsentdeckung: Die Rollenliste der Serie liest sich wie ein Who’s who des europäischen Qualitätsfernsehens.
Kurzzusammenfassung
- Game of Thrones vereinte von 2011 bis 2019 ein außergewöhnlich großes Ensemble internationaler Schauspieler, von denen viele durch die Serie weltbekannt wurden.
- Zentrale Figuren wie Tyrion Lannister (Peter Dinklage), Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) und Jon Snow (Kit Harington) prägten acht Staffeln lang das Bild der Fantasy-Serie.
- Die Besetzung zeichnete sich durch ihre Tiefe aus: Selbst Nebenrollen wurden mit namhaften Charakterdarstellern besetzt, was den Ensemblecharakter der Serie ausmachte.
Die Hauptdarsteller: Häuser, Schwerter und Intrigen
Das Lannister-Haus stellte drei der prägendsten Figuren der Serie. Peter Dinklage verkörperte Tyrion Lannister, den zynisch-weisen jüngsten Sohn der Familie, und holte für diese Rolle mehrfach den Emmy. Lena Headey gab der eiskalten Cersei Lannister eine komplexe Vielschichtigkeit, die weit über das Klischee der Bösewichtin hinausging. Ihr Bruder und Geliebter Jaime Lannister wurde von Nikolaj Coster-Waldau gespielt – einer der interessantesten Charakterbögen der Seriengeschichte, vom verachteten Königsmörder zum ambivalenten Antihelden.
Auf der Gegenseite: die Starks aus Winterfell. Sophie Turner wuchs als Sansa Stark sichtbar mit ihrer Rolle – buchstäblich und schauspielerisch. Maisie Williams spielte Arya Stark, das Mädchen mit dem Schwert, und entwickelte sich zur Publikumsliebling-Figur der gesamten Serie. Ihr jüngerer Bruder Bran wurde von Isaac Hempstead Wright mit wachsender Intensität verkörpert, besonders in den späteren Staffeln, als die mystische Dimension der Figur in den Vordergrund rückte.
Kit Harington als Jon Snow und Emilia Clarke als Daenerys Targaryen bildeten das emotionale Herzstück des letzten Seriendrittels. Beide Schauspieler haben in Interviews beschrieben, wie physisch und mental fordernd die Dreharbeiten – besonders die langen Nachtszenen in Nordirland und Island – gewesen sind.
Charakterköpfe im Ensemble: Die Figuren hinter den Figuren
Neben den großen Namen füllten starke Charakterdarsteller die Welt von Westeros mit Leben. Aidan Gillen machte aus Petyr „Littlefinger“ Baelish mehr als einen Intriganten: Er spielte einen Mann, dessen einzige Loyalität dem eigenen Aufstieg galt – und dessen Berechnung fast jede andere Figur überlebte. Conleth Hill als Lord Varys, der Spitzenmeister, war sein geduldiges Gegenstück: undurchdringbar, präzise, mit einem trockenen Witz, der in keinem Drehbuch steht.
Carice van Houten als Melisandre von Asshai brachte der Roten Priesterin eine beunruhigende Überzeugungskraft, Liam Cunningham als Ser Davos Seaworth die bodenständige Moral eines Mannes ohne edlen Titel. Gwendoline Christie als Brienne von Tarth und Kristofer Hivju als Tormund Giantsbane sorgten nicht nur dramatisch, sondern auch komödiantisch für Höhepunkte.
Erwähnenswert ist auch Tom Wlaschiha als Jaqen H’ghar – einer der wenigen deutschen Schauspieler in einer prominenten Rolle einer amerikanischen Prestige-Produktion. Seine kühle, rätselhafte Darstellung des Gesichtslosen Mannes gehört zu den stilistisch eigenständigsten Leistungen des gesamten Casts.
Internationale Besetzung als dramaturgisches Konzept
Was auf den ersten Blick wie pragmatisches Casting wirkt, war tatsächlich ein durchdachtes dramaturgisches Prinzip. Showrunner David Benioff und D.B. Weiss wählten bewusst keine einheitliche Aussprache oder Herkunft – im Gegenteil. Die unterschiedlichen Akzente und Spieltraditionen verstärkten das Gefühl einer Welt, in der verschiedene Kulturen aufeinanderprallen.
Nathalie Emmanuel als Missandei, Indira Varma als Ellaria Sand und Natalie Dormer als Margaery Tyrell repräsentierten dabei nicht nur geografische Vielfalt innerhalb der Serie, sondern auch verschiedene Formen weiblicher Macht – politische Verführung, Rebellion und Überlebenswille. Dass die Serie trotz aller berechtigten Kritik an ihrer Frauendarstellung gerade in diesen Rollen starke Charaktere schuf, verdankt sie nicht zuletzt diesen Darstellerinnen.
Jonathan Pryce als Hoher Spatz lieferte in den mittleren Staffeln eine der unterschätztesten Leistungen der Serie: Ein fanatischer Populist als religiöser Führer – eine Figur, die sich retrospektiv fast zeitdiagnostisch liest.
Game of Thrones endete am 19. Mai 2019 mit seiner achten Staffel. Das Ensemble blieb bis zuletzt außergewöhnlich stabil – ein Verdienst von Produktionsseite, aber auch Zeugnis dafür, dass viele Darsteller die Rollen als prägende Lebensabschnitte beschrieben haben.
Häufige Fragen
Wer spielte Daenerys Targaryen in Game of Thrones?
Daenerys Targaryen wurde in allen acht Staffeln von der britischen Schauspielerin Emilia Clarke gespielt. Clarke war zu Beginn der Serie weitgehend unbekannt und wurde durch die Rolle international bekannt. Sie erhielt für ihre Darstellung mehrere Emmy-Nominierungen.
Welche deutschen Schauspieler waren in Game of Thrones zu sehen?
Der bekannteste deutsche Darsteller in Game of Thrones ist Tom Wlaschiha, der die Rolle des mysteriösen Jaqen H’ghar übernahm – einem Gesichtslosen Mann und Mentor von Arya Stark. Wlaschiha war in mehreren Staffeln zu sehen und gehört zu den wenigen deutschen Schauspielern, die in einer amerikanischen Prestige-Produktion dieser Größenordnung eine wiederkehrende Hauptrolle bekleideten.
Wie viele Staffeln hat Game of Thrones und wer war in allen Staffeln dabei?
Game of Thrones umfasst acht Staffeln (2011-2019). Zu den Darstellern, die über nahezu alle Staffeln hinweg präsent waren, zählen unter anderem Peter Dinklage als Tyrion Lannister, Lena Headey als Cersei Lannister und Conleth Hill als Lord Varys. Viele andere Figuren wurden dagegen bewusst früh aus der Handlung entfernt – auch das war ein bewusstes erzählerisches Mittel der Serie.
