Wer nach der Besetzung von „Zwei an einem Tag“ sucht, steht schnell vor einer kleinen Verwirrung: Es gibt nicht eine, sondern zwei wesentliche Verfilmungen des gleichnamigen Romans von David Nicholls. Der Kinofilm kam 2011 in die Kinos, die Netflix-Serie folgte 13 Jahre später. Beide erzählen von Emma und Dexter, die sich am 15. Juli 1988 nach ihrem Studienabschluss kennenlernen – und deren Geschichte das Publikum dann Jahr für Jahr, immer am gleichen Datum, weiterverfolgt. Was sich fundamental unterscheidet, ist die Herangehensweise: wo der Film verdichtet, kann die Serie atmen.
Kurzzusammenfassung
- „Zwei an einem Tag“ existiert in zwei Verfilmungen: als Kinofilm von 2011 mit Anne Hathaway und Jim Sturgess sowie als Netflix-Miniserie von 2024 mit Leo Woodall und Ambika Mod.
- Beide Adaptionen basieren auf dem Roman „One Day“ von David Nicholls und erzählen dieselbe Liebesgeschichte, unterscheiden sich aber erheblich in Tiefe, Laufzeit und Charakterentwicklung.
- Die Netflix-Serie mit 14 Episoden wurde am 8. Februar 2024 veröffentlicht und ist aktuell vollständig bei Netflix verfügbar.
Die Besetzung der Netflix-Serie (2024)
In der von Showrunnerin Nicole Taylor entwickelten Miniserie tragen Leo Woodall als Dexter und Ambika Mod als Emma die gesamte Last von 14 Episoden – und sie tragen sie überzeugend. Woodall war vor seiner Hauptrolle in „Zwei an einem Tag“ vor allem aus „The White Lotus“ bekannt, Ambika Mod hatte sich durch die britische Comedyserie „This Is Going to Hurt“ einen Namen gemacht. Beide bringen eine Erdigkeit mit, die der Geschichte gut steht.
Das Ensemble der Serie ist gut besetzt und gibt Nebenfiguren, die im Film oft nur kurz aufleuchten, deutlich mehr Raum:
- Essie Davis als Dexters Mutter Alison Mayhew
- Eleanor Tomlinson als Sylvie
- Joely Richardson als Helen
- Toby Stephens als Lionel
- Tim McInnerny als Stephen
- Jonny Weldon als Ian
- Amber Grappy als Tilly
- Billie Gadsdon als Jasmine
- John MacMillan als Aaron
- Rebekah Murrell als Suki
- Ella-Rae Smith als Naomi
- Sophie Wolff als Tara
- Meghan Treadway als Kate
Besonders die Besetzung von Tomlinson als Sylvie und Weldon als Ian lohnt Beachtung: Diese Figuren sind im Roman wichtige emotionale Kontrapunkte zu Emma und Dexter, und die Serie gibt ihnen endlich den Raum, den der Film ihnen verweigern musste.
Die Besetzung des Kinofilms (2011)
Regisseurin Lone Scherfig setzte 2011 auf Hollywood-Strahlkraft: Anne Hathaway als Emma und Jim Sturgess als Dexter stehen im Zentrum. Hathaway befand sich zum Zeitpunkt der Produktion auf dem Weg zu ihrem Oscar-Triumph in „Les Misérables“ – eine Besetzung mit klarem Kalkül. Sturgess war vor allem aus „Across the Universe“ bekannt.
Die zentralen Nebenrollen:
- Patricia Clarkson als Alison Mayhew
- Ken Stott als Steven Mayhew
- Rafe Spall als Ian
- Romola Garai als Sylvie
- Jodie Whittaker als Tilly
- Tom Mison als Callum
- Georgia King als Suki
- Emilia Jones als Jasmine
Für die deutsche Kinofassung dokumentiert die Synchronkartei eine vollständige Sprecherbesetzung: Anne Hathaway wurde von Marie Bierstedt synchronisiert, Jim Sturgess von Markus Pfeiffer. Weitere deutsche Stimmen übernahmen unter anderem Gertie Honeck (Patricia Clarkson), Robin Kahnmeyer (Rafe Spall) und Luise Helm (Georgia King).
Film gegen Serie: Was die Besetzungswahl verrät
Der Vergleich beider Casts ist aufschlussreicher als er zunächst scheint. Der Film von 2011 arbeitete mit einer Logik, die Hollywood damals prägte: ein bekannter Starname im Zentrum als Zugpferd. Hathaway brachte internationales Publikum, das Aufwand einer romangetreuen Besetzung wurde dem Marketing untergeordnet.
Die Serie 2024 verfolgte einen anderen Ansatz. Woodall und Mod sind keine Weltmarken, sie sind glaubwürdige, vielschichtige Schauspieler – was der Geschichte entgegenkommt, die von Normalität, Scheitern und dem langsamen Wachsen einer Beziehung erzählt. Die Figur Emma ist im Roman keine strahlende Heldin, sondern eine unsichere junge Frau, die sich ihren Weg sucht. Hathaway transportiert Charisma, Ambika Mod transportiert Verletzlichkeit. Beides sind legitime Deutungen, aber sie erzählen dem Publikum etwas fundamental Unterschiedliches.
Interessant ist auch der Blick auf die Nebenfiguren: Wo der Film Rollen wie Ian oder Sylvie zwangsläufig auf ein Minimum reduziert hat, nutzt die Serie ihre Episodenstruktur, um diesen Figuren eigene Bögen zu geben. Jodie Whittaker – heute weltweit als Doctor Who bekannt – spielt im Film eine pointiert eingesetzte Tilly; Amber Grappy darf dieselbe Figur in der Serie über mehrere Folgen entwickeln.
Wo man beide Fassungen heute streamen kann
Die Netflix-Miniserie ist unkompliziert: alle 14 Episoden sind seit dem 8. Februar 2024 auf Netflix verfügbar, auch in Deutschland. Wer also keinen der beiden Teile gesehen hat und direkt einsteigen möchte, hat einen klaren ersten Anlaufpunkt.
Für den Kinofilm von 2011 gilt: Er ist seit Jahren im Home-Entertainment-Bereich erhältlich, die genaue Streaming-Verfügbarkeit wechselt jedoch je nach Plattform und Lizenzlage. Kauf- und Leihoptionen über die üblichen VoD-Dienste sind die verlässlichste Option, wenn man den Film kurzfristig sehen möchte. Ein Blick in aktuelle Aggregatoren wie JustWatch gibt darüber tagesaktuell Auskunft.
Wer den Roman noch nicht kennt: Er ist der gemeinsame Nenner beider Fassungen und nach wie vor der vollständigste Weg durch Emmas und Dexters Geschichte – wer danach die Serie schaut, wird vermutlich verstehen, warum viele Fans beider Medien sie als die stimmigere Umsetzung betrachten.
Häufige Fragen
Ist die Netflix-Serie „Zwei an einem Tag“ eine Fortsetzung des Films von 2011?
Nein, die Serie ist keine Fortsetzung, sondern eine eigenständige Neuadaption desselben Romans von David Nicholls. Film und Serie erzählen dieselbe Geschichte mit denselben Figuren, haben aber unterschiedliche Casts und Produktionsteams. Es gibt keine inhaltliche Verbindung zwischen beiden Fassungen – man kann jede unabhängig von der anderen schauen.
Warum wirkt Anne Hathaway in manchen Szenen mit britischem Akzent wenig überzeugend – war das ein bekanntes Problem?
Hathaways britischer Akzent im Film von 2011 wurde von einem Teil der Kritiker und des Publikums tatsächlich als uneinheitlich wahrgenommen und gilt als einer der meistzitierten Kritikpunkte an der Filmfassung. Emma Morley ist eine Britin aus Leeds, und der Akzent ist für die Figur charakteristisch. Ambika Mod, die Emma in der Netflix-Serie spielt, ist britisch aufgewachsen – dieser Aspekt entfiel bei der Besetzung von 2024 als Problem von selbst.
Hat die Netflix-Serie „Zwei an einem Tag“ Preise gewonnen oder wurde sie für Awards nominiert?
Konkrete Nominierungen für große internationale Preise wie Emmys oder Golden Globes sind für die Serie aktuell nicht öffentlich dokumentiert. Die Produktion wurde jedoch von Kritikern und Fans überwiegend positiv aufgenommen, und Leo Woodall sowie Ambika Mod erhielten für ihre Darstellungen Aufmerksamkeit in der Branche. Für aktuelle Award-Daten lohnt sich ein Blick auf spezialisierte Datenbanken wie IMDb oder Gold Derby.
Beitragsbild: KI-generiert
