Millie Bobby Brown war elf Jahre alt, als sie als Elf in „Stranger Things“ erstmals auf Netflix-Bildschirmen erschien. Was folgte, war einer der steilsten Karriereverläufe einer jungen Schauspielerin der vergangenen Jahrzehnte. Heute, mit Anfang zwanzig, hat sie eine eigenständige Filmografie, die weit über die Serie hinausgeht. Sechs Kinound Streamingfilme, zwei große Franchises, eine klare Netflix-Bindung – und ein Rollenportfolio, das sie konsequent als Heldin positioniert.
Kurzzusammenfassung
- Millie Bobby Brown hat sich seit ihrem Durchbruch in „Stranger Things“ eine beachtliche Filmografie aufgebaut, die von MonsterVerse-Blockbustern über Netflix-Detektivabenteuer bis hin zu dystopischer Science-Fiction reicht.
- Der Großteil ihrer Filme erscheint exklusiv bei Netflix, wo sie seit „Enola Holmes“ (2020) als Hauptdarstellerin etabliert ist und mit „Damsel“ (2024) sowie „The Electric State“ (2025) zwei weitere Titelrollen übernommen hat.
- Für Zuschauer, die in ihr Werk einsteigen wollen, bieten die beiden Enola-Holmes-Filme den stärksten Einstieg – sie zählen kritisch wie beim Publikum zu ihren überzeugendsten Leistungen.
Dieser Überblick fasst alle wesentlichen Filme zusammen, ordnet sie ein und beantwortet, wo und in welcher Reihenfolge man sie sinnvoll schaut.
Von frühen Nebenrollen bis zur Titelheldin
Browns erste Filmrolle liegt bereits mehr als ein Jahrzehnt zurück. Im Horrorthriller „Intruders – Die Eindringlinge“ (2014) trat sie noch als Kinderdarstellerin in einer kleineren Nebenrolle auf – ein Auftritt, der heute eher als Kuriosum in ihrer Biografie gilt als als Werkzeugkasten für das, was folgte. Wer Browns Entwicklung als Schauspielerin nachverfolgen will, findet hier ein frühes Dokument; einen eigenständigen Filmwert hat er kaum.
Der eigentliche Sprung ins Kino kam 2019 mit „Godzilla II: King of the Monsters“. Brown spielte Madison Russell, Tochter zweier Titanenforscher, mitten im Showdown zwischen Godzilla, Mothra, Rodan und dem dreiköpfigen King Ghidorah. An ihrer Seite: Kyle Chandler und Vera Farmiga. Die Figur Madison ist im MonsterVerse kein Staffage-Element, sondern trägt die menschliche Handlungsebene – auch wenn die Kritiken zum Film selbst gemischt ausfielen. 2021 folgte mit „Godzilla vs. Kong“ die Fortsetzung: dieselbe Figur, dieselbe Reihenfolge empfohlen, neue Mitstreiter wie Alexander Skarsgård und Rebecca Hall. Wer das MonsterVerse erkunden will, schaut „Godzilla II“ zuerst – Madisons Hintergrund wird dort etabliert.
Enola Holmes: ihre stärksten Filmrollen bis heute
Den eigentlichen Qualitätssprung markierte das Jahr 2020. Mit „Enola Holmes“ (Netflix, 23. September 2020) übernahm Brown zum ersten Mal eine Titelrolle im Film – und zeigte, warum sie mehr ist als ein bekanntes Gesicht. Enola ist die jüngere Schwester von Sherlock Holmes (Henry Cavill) und Mycroft Holmes (Sam Claflin), aufgewachsen bei ihrer eigenwilligen Mutter, die eines Tages spurlos verschwindet. Enola macht sich allein auf die Suche und gerät dabei in eine politische Verschwörung.
Was den Film hebt, ist Browns Charisma in einer Rolle, die direkt mit der Kamera kommuniziert. Das Publikum wird zur Mitwisserin. Das Coming-of-Age-Element funktioniert, ohne kitschig zu werden. „Enola Holmes 2″ (Netflix, 4. November 2022) führt das konsequent weiter: Enola eröffnet ihre eigene Detektei, wird zunächst belächelt und nimmt einen Fall an, der in der britischen Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts verwurzelt ist – während ihr Bruder Sherlock parallel eigene Ermittlungen führt. Louis Partridge kehrt als Lord Tewkesbury zurück. Die Fortsetzung wird von Kritik und Publikum häufig als gelungener als der erste Teil eingestuft.
Beide Enola-Holmes-Filme sind Netflix-Originale und in Deutschland direkt auf der Plattform abrufbar. Eine dritte Folge ist bislang offiziell nicht bestätigt – aber das Interesse ist offensichtlich vorhanden.
Damsel und The Electric State: Netflix-Fantasywelten mit gemischten Bilanzen
Mit „Damsel“ (Netflix, 8. März 2024) betrat Brown erneut ungewohntes Terrain. Elodie, eine junge Prinzessin, glaubt, durch ihre Hochzeit ihr Königreich retten zu können – bis sie erkennt, dass sie in Wahrheit einem Drachen geopfert werden soll. Eingeschlossen in der Höhle, allein, muss sie überleben. An ihrer Seite in den Nebenrollen: Ray Winstone und Angela Bassett. Das Konzept ist im Kern eine Inversion des klassischen Damsel-in-Distress-Motivs: Die vermeintlich Hilflose rettet sich selbst. Die Umsetzung erhielt gemischte Reaktionen – die Prämisse überzeugte viele, das Drehbuch weniger.
„The Electric State“ (2025) ist das bislang ambitionierteste Projekt nach Enola Holmes. Der Film basiert auf dem gleichnamigen illustrierten Roman von Simon Stålenhag und spielt in einem retrofuturistischen Amerika, in dem Drohnen den Luftraum beherrschen und Roboter zum Alltag gehören. Browns Figur bricht allein auf, um ihren verschollenen Bruder zu finden – Roadmovie trifft dystopische Science-Fiction. Chris Pratt und Woody Harrelson sind Teil des Ensembles. Auch dieser Film teilt das Muster seiner Vorgänger: interessante Welt, Fragen zur Ausführung.
Beide Titel sind bzw. werden im Netflix-Umfeld vermarktet und sind für das deutsche Publikum über die Plattform zugänglich. Was auffällt: Brown wählt konsequent Rollen, in denen ihre Figuren handeln, statt zu reagieren – Heldinnen, keine Beiwerke. Das ist kein Zufall, sondern Programm.
Wie man die Filme am sinnvollsten schaut
Wer in Browns Filmwerk einsteigt, hat mehrere Optionen – je nach Interesse:
- Bestes Einstiegspaar: „Enola Holmes“ (2020) direkt gefolgt von „Enola Holmes 2″ (2022). Beide bauen charakterlich aufeinander auf, sind familientauglich und zeigen Brown in ihrer stärksten Kinoform.
- MonsterVerse-Reihenfolge: Zuerst „Godzilla II: King of the Monsters“ (2019), dann „Godzilla vs. Kong“ (2021) – nur so ergibt Madisons Entwicklung als Figur Sinn.
- Fantasy und Sci-Fi: „Damsel“ für Märchenumkehrung, „The Electric State“ für retrofuturistische Dystopie – beide unabhängig voneinander schaubar.
- Plattform: Der Großteil steht bei Netflix; die MonsterVerse-Filme wechseln zwischen digitalem Verleih und wechselnden Streamingdiensten.
Was Browns Karriere besonders macht: Sie ist eine der wenigen Schauspielerinnen ihrer Generation, die innerhalb eines Jahrzehnts von der Kinderdarstellerin zur bankablen Hauptfigur größerer Produktionen wurde – ohne dabei auf das nächste Erwachsenenprojekt zu warten, sondern indem sie in jedem Schritt die Hauptfigur war.
Häufige Fragen
Welcher Film von Millie Bobby Brown ist der beste Einstieg für neue Zuschauer?
Der beste Einstieg ist „Enola Holmes“ (2020), gefolgt von „Enola Holmes 2″ (2022). Beide Filme sind bei Netflix verfügbar, familientauglich und zeigen Brown in einer Rolle, die ihr schauspielerisches Spektrum am besten widerspiegelt. Die Detektivabenteuer sind inhaltlich eigenständig, bauen aber charakterlich aufeinander auf – deshalb sollte man sie in der richtigen Reihenfolge schauen.
Muss man „Stranger Things“ kennen, um Browns Filme zu verstehen?
Nein. Browns Filmrollen sind vollständig unabhängig von der Serie. „Stranger Things“ hat ihre Bekanntheit begründet, ist aber kein Vorwissen für ihre Kinoarbeit. Wer die Serie nicht kennt, kann ohne Nachteile mit „Enola Holmes“ oder den MonsterVerse-Filmen einsteigen.
Wo sind die Filme von Millie Bobby Brown in Deutschland verfügbar?
Der Großteil ihrer markanten Rollen ist exklusiv bei Netflix abrufbar: „Stranger Things“, „Enola Holmes“, „Enola Holmes 2″, „Damsel“ und „The Electric State“ sind Netflix-Originale oder laufen im Netflix-Umfeld. Die MonsterVerse-Blockbuster „Godzilla II: King of the Monsters“ und „Godzilla vs. Kong“ wechseln regelmäßig zwischen digitalem Verleih, Pay-TV und Streamingdiensten – eine genaue Plattform hängt vom aktuellen Lizenzzeitraum ab.
